Home

Was bewirkt eigentlich… Translucency?

Dienstag, 2. Dezember 2008 | Autor:

Kaum jemand scheint es zu kennen, noch weniger nutzen es: Translucency. Selbst der deutsche Begriff dafür, Transluzenz, ist eher unbekannt.

Dabei ist es ein Alltagsphänomen, das ständig überall auftaucht! Translucency ist tatsächlich nichts weiter als das Durchschimmern von Licht durch intransparente Flächen. Prominente Beispiele dafür sind Laub, die menschliche Haut oder Papier. In TG2 wird Translucency natürlich hauptsächlich im Zusammenhang mit Blattwerk von Bäumen interessant.

So sieht es in der Natur aus. Leider haben dennoch viele Objekte Translucency standardmäßig auf Null, was zu Szenen wie dieser hier führt:

Wie man sieht, lassen die Blätter keinerlei Licht durch. Dadurch wirken sie fast schwarz, was unnatürlich ausschaut. Auch Gras braucht Translucency. Die Farbe einer Wiese kann sich tatsächlich dramatisch ändern, wenn man sie von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Hat man die Sonne im Rücken, erscheint Gras in einem satten, tiefen, leicht bläulichen Grün. Im Gegenlicht andererseits scheint das Licht durch die Halme hindurch, Translucency eben, was zu einer helleren, leicht gelblichen Farbe führt.

Die einzigen Shader, die Translucency als Option anbieten sind der Default und der Image Map Shader. In der Regel nimmt man den Default Shader. In diesem kann man die Translucency auf drei verschiedene Arten festlegen.

Zum einen kann eine konstante Translucency angegeben werden. Das ist der einfachste und am häufigsten gewählte Weg. Ein Wert zwischen 0.3 und 0.7 ist eine gute Wahl – aber auch andere Werte können sinnvoll sein. Nimmt man für Translucency einen Grauton, so bleibt die Farbe des durchscheinenden Lichts unverändert. Möchte man, dass sich das Licht gelblich verfärbt, wählt man eben einen Gelbton. Auch Werte über 1 sind möglich, aber unnatürlich.

Mit Translucency Image kann man eine Textur angeben. Das ist nur bei Nahaufnahmen sinnvoll, wenn man bspw. möchte, dass die Blattadern das Licht stärker dämpfen als der Rest des Blattes. Zuletzt kann Translucency auch über Functions geregelt werden – hier könnte man beispielsweise eine weitere Textur anschließen.

Man kann diese drei Methoden auch kombinieren – dann werden die Translucency, das Image und gegebenenfalls die Function miteinander multipliziert.

Hier noch einmal das Bild vom Anfang, diesmal aber mit 0.7 Translucency im Gras und dem einzelnen Blatt, 0.4 im Laub des Baumes.

An dem einzelnen Blatt im Vordergrund kann man den Unterschied gut sehen – es sieht nun viel natürlicher aus als vorher.

Momentan funktioniert Translucency nur mit dünnen Flächen gut, aber das sollte keine allzu große Einschränkung darstellen.

Happy Rendering!

Tags »

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Dokumentation

Diesen Beitrag kommentieren.

2 Kommentare

  1. 1
    otakar 

    Ein wichtiger Tipp, ohne Frage, und wirklich etwas, was meistens nicht genutzt wird.

  2. 2
    ra 

    Transulcency ist ein kleiner Effekt der aber enorm zur Realität beiträgt! Vielen Dank für diesen kompakten Beitrag!

Kommentar abgeben